Sa. 29 Nov. 2025

Ein Abend im Palais Ehrbar – Kammerorchester Lyra Wien

Von 17:00 bis 19:30

Großer Ehrbar Saal

Mühlgasse 30, 1040 Wien

Veranstalter: Kammerorchester Lyra Wien


Kammerorchester Lyra Wien, Nicolas Radulescu (Dirigent)

Programm

  • Giuseppe Verdi: aus „La traviata“: Preludio
  • Wolfgang Amadé Mozart: Konzert für Flöte und Harfe C-Dur KV 299 (Kathrin Ellinger, Flöte | Amelie Jade Knapp, Harfe)
      • 1. Satz: Allegro
    • Sinfonia concertante für Violine, Viola und Orchester Es-Dur KV 364 (Hristina Panova, Violine | Laeticia Lermer, Viola)
      • 2. Satz: Andante
      • 3. Satz: Presto
  • Camille Saint-Saëns: Introduction et Rondo Capriccioso für Violine und Orchester op. 28 (Nora Ratzberger, Violine)
  • Max Bruch: Violinkonzert Nr. 1 g-Moll op. 26 (Tatjana Filimonova (CH), Violine)
      • 2. Satz: Adagio
      • 3. Satz: Finale: Allegro energico
  • Robert Schumann: Klavierkonzert a-Moll op. 54 (Eva Rautner, Klavier)
      • 1. Satz: Allegro affettuoso
  • Ludwig van Beethoven: Klavierkonzert Nr. 5 Es-Dur op. 73 (Filip Trifu, Klavier)
      • 2. Satz: Adagio un poco mosso
      • 3. Satz: Allegro ma non troppo

[Zugabe: Erich Wolfgang Korngold: Geschichten von Strauss für Klavier solo op. 21 (Chiara Lamani, Klavier)]

Über das Programm:

Heute Abend hören wir junge und talentierte Solisten in zwei Doppelkonzerten, zwei Violinkonzerte und zwei Klavierkonzerte. Aber für wen wurden diese Konzerte ursprünglich geschrieben? Wer war der Auftraggeber und wer spielte die Uraufführung?

[Das Orchester beginnt mit Giuseppe Verdis Ouvertüre zu „La Traviata“]

Zwei Doppelkonzerte von Mozart

Mozart schrieb vier Doppelkonzerte, also vier Konzerte für zwei Soloinstrumente und Orchester: für zwei Violinen, für zwei Klaviere, für Flöte und Harfe sowie für Violine und Viola. Die beiden letzten Konzerte hören wir heute Abend.

Das Konzert für Flöte und Harfe aus dem Jahr 1778 komponierte Mozart im Auftrag von Adrien-Louis Bonnières de Souastre, Comte de Guines, und seiner ältesten Tochter Marie-Louise-Philippine. Der Vater spielte Flöte (Traversflöte) und die Tochter Harfe. Während seines Aufenthalts in Paris hatte Mozart den Comte und dessen Tochter kennengelernt; der Comte war der Auftraggeber, und die Tochter nahm Kompositionsunterricht bei Mozart. An seinen Vater Leopold schrieb Mozart nicht besonders positiv über sie: Der Vater bezahlte nicht für die Arbeit, und die Tochter spielte zwar wunderschön Harfe, hatte aber kein wirkliches Talent für Komposition. Es ist wahrscheinlich, dass Vater und Tochter die Uraufführung bestritten haben.

Ein Jahr später, 1779, zurück in Salzburg, komponierte Mozart die Sinfonia Concertante für Violine und Viola. Dieses Konzert war bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts kaum bekannt und wurde selten gespielt, bis der englische Bratschist Lionel Tertis – der so viel für die Bekanntheit der Bratsche bedeutete – die Sinfonia in sein Repertoire aufnahm. Im Jahr 1924 spielte er das Konzert zusammen mit dem berühmten Geiger und Komponisten Fritz Kreisler. Seitdem finden sich in der Diskografie bekannte und große Namen, und vor allem wurde die Sinfonia Concertante häufig als Filmmusik verwendet. Aber für wen komponierte Mozart das Werk? Die Solisten, für die er das Werk komponierte, sind nicht bekannt, möglicherweise waren es Antonio Brunetti, der Leiter des Salzburger Hoforchesters, und der Bratschist Joseph Hafender. Er muss ein guter Bratschist gewesen sein, denn Mozart schrieb vor, dass er seine Bratsche einen Halbton höher stimmen sollte.

Zwei Violinkonzerte

Camille Saint-Saëns schrieb Introduction und Rondo Capriccioso im Jahr 1863 und widmete das Stück dem virtuosen spanischen Geiger und Komponisten Pablo de Sarasate, der es 1867 unter der Leitung des Komponisten uraufführte. Sarasate war berühmt für seinen wunderschönen Ton, aber auch für sein spanisches Temperament, was in diesem virtuosen Werk zu hören ist, das eigentlich als Schlussstück eines Violinkonzerts gedacht war, aber auch für sich genommen ein großer Erfolg wurde.

Max Bruch komponierte sein erstes Violinkonzert zur gleichen Zeit, es entstand einige Jahre später, zwischen 1866 und 1868, und war einem mindestens ebenso großen Geiger gewidmet, Joseph Joachim. Der aus dem Burgenland stammende Joachim hatte Bruch geholfen und beraten, als er die ursprüngliche Fassung seines Violinkonzerts von 1866 überarbeitete. Als Dank widmete Bruch die endgültige Fassung Joseph Joachim, der sie 1868 uraufführte. Joachim war eine Musikgröße, er reiste durch ganz Europa, um als Solist aufzutreten. Er war nicht nur als Komponist, sondern auch als Dirigent tätig, u.a. am Berliner Konservatorium.

Zwei Klavierkonzerte

Das Klavierkonzert in a-Moll von Robert Schumann stammt aus dem Jahr 1845. Hat Clara es gespielt? Ja, Schumanns Frau Clara spielte die Uraufführung des ersten Satzes 1841 im Gewandhaus in Leipzig und das gesamte Konzert 1845 in Dresden. Clara schrieb über das Klavierkonzert ihres Mannes: ‚Wie reich an Erfindung, wie interessant vom Anfang bis zum Ende ist es, wie frisch und welch ein schönes zusammenhängendes Ganzes!‘

Beethovens letztes Klavierkonzert, sein fünftes, das Kaiserkonzert aus den Jahren 1808-1809, ist Erzherzog Rudolph, dem jüngsten Sohn von Kaiser Leopold II., gewidmet. Rudolph war ein wahrer Mäzen und Schüler Beethovens (Klavier und Komposition), der ihm viele seiner Kompositionen widmete, er war sogar als Solist bei der Uraufführung am 13. Januar 1811 zu hören.
Im selben Jahr, am 28. November 1811, spielte der Pianist Friedrich Schneider das Konzert im Gewandhaus in Leipzig. Friedrich war Organist, aber auch ein hervorragender Konzertpianist, sein Spiel soll „glanzvoll” gewesen sein.

[Zum Schluss, im Strauss-Jahr, eine Zugabe: E. W. Korngolds „Geschichten von Strauss“.]

Text: Ingrid Jacobs

 

Eintritt: Balkon 40 € | Parterre 38 € | Studierende 15 € | Gruppen nach verbindlicher Reservierung ab 4 Personen je 35 € | Kinder und Schüler bis 15 Jahre frei

Kartenreservierungen: ab August 2025 über das Online-Formular, per Mail an karten@kammerorchester.at oder per Telefon bei Sylvia Murczek +43 699 1260 2202!

Selbstverständlich ist uns der Datenschutz ein großes Anliegen, Ihre Daten werden streng vertraulich behandelt. Details dazu in unserer Datenschutzerklärung.

Kurzfristige Änderungen sind jederzeit möglich. Vielen Dank für Ihr Verständnis.

 

Category  Musik im Palais Orchesterkonzerte

Zurück zu Veranstaltungsliste